Assoziierte Partner im Gespräch: Hakisa

Hakisa entwickelt Lösungen im Bereich Smart Home, Smart Care und Smart Services. Wir sprechen mit unserem assoziierten Partner über die Community-Plattform, die Möglichkeiten für die Wohnungswirtschaft und den Beitrag für das Projekt ForeSight.
Photo by Jacek Dylag on Unsplash

Herr Hofmann, Hakisa steht für eine Community-Plattform, die Menschen, lokale Services und IoT vernetzt. Welche smarten Services ergeben sich daraus im Bereich Smart Living?

Die Digitalisierung bestimmt zunehmend die wohnungswirtschaftlichen Kernprozesse und damit den Arbeitsalltag und die Kommunikation mit den Mietenden. Dabei gilt es, die Chancen digitaler Prozesse sowohl unternehmensintern als auch mit den Bewohnenden und Dienstleistungsunternehmen auszuloten und gezielt zu nutzen, um bestehende Services zu verstetigen, aber auch neue smarte Services gezielt zu platzieren. Vor allem der demografische Wandel führt dazu, die Wohnungen in gewisser Weise zum Gesundheitsstandort auszubauen. Die Themen Komfort und Sicherheit ergänzt mit spezifischen Assistenzsystemen und gezielten Partnerschaften aus dem Gesundheits- und Dienstleistungssektor müssen dazu stetig weiterentwickelt werden. Hier leistet das Projekt ForeSight einen wichtigen Beitrag.

Zugleich ist es erforderlich, die bestehende Community des Wohnquartiers für die Mietenden gezielt mit einzubeziehen, um ein längeres und eigenständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Dazu bedarf es des digitalen Aufbaus und der Entwicklung von Partnerschaften im Quartier und damit verbunden die Entwicklung neuer Geschäfts- und Dienstleistungsmodelle. Es geht aber auch um die jungen Mieter*innen und Familien, die es bereits gewohnt sind, viele digitale Services und Dienstleistungen in ihren Alltag sehr selbstverständlich zu nutzen. Digitale Mietende brauchen digitale Angebote! Das Wohnen muss dabei den aktuellen Anforderungen entsprechend angepasst werden, inklusive sorgfältiger Preisbestimmung und einer Neuorganisation der Kommunikationswege mit den Bewohnenden, kombiniert mit ergänzenden Service- und Dienstleistungsmodellen. Aber auch das Miteinander im Quartier mit digitaler Unterstützung zu fördern und zu stärken, stellt einen wichtigen Baustein für eine zukunftsorientierte Entwicklung des eigenen Unternehmens dar.

Im Bereich der Wohnungswirtschaft sind Sie vor allem im Bereich der “Assistenz” tätig, inwieweit können Sie bereits im Bereich der lebensbegleitenden Assistenz unterstützen?

Assistenztechnologien stellen einen wichtigen Baustein dar, um einer älter werdenden Gesellschaft ein langes und sicheres Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Soziale Teilhabe, das Verhindern von Einsamkeit aber auch die Möglichkeit zum Zugriff auf vertrauenswürdige Informationen oder digitale Kommunikation stellen, nicht nur in Krisenzeiten, eine zentrale Rolle für Mietende, deren Angehörigen und auch Mitarbeitende dar. Im Bereich der Assistenz haben wir bereits eine ganze Reihe an unterschiedlichen Tools in der Plattform integriert. Unter anderem eine Alarmfunktion für Notsituationen, die innerhalb der Community individuell gemanagt werden kann. Die Alarmfunktion der Hakisa Technologie kann mit fast allen auf dem Markt befindlichen AAL Systemen gekoppelt werden.

Was es aus meiner Sicht perspektivisch braucht, sind buchbare intelligente Komfort-, Assistenz- und Energieeffizienzfunktionen sowie Mehrwertdienste in einem Smart Home. Das bildet einen wesentlichen Baustein und damit die Basis für innovative, datengetriebene Geschäftsmodelle im Smart Living Umfeld. Neben den klassischen Assistenzsystemen spielt vor allem die Care Community eine wichtige Rolle. Die Care Community definiert sich aus den Angehörigen, Freunden, ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfen, Beratungsangeboten von Kommunen, Sozialen Dienstleistungsunternehmen, Veranstaltungen von Organisationen und Vereinen im Quartier, niedrigschwelligen Angeboten oder Wohnberatung, die für einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit mindestens genauso essenziell sind wie die technischen Assistenzsysteme. Die Hakisa Technologie stellt hier bereits die nötigen Tools für die Care Community zur Verfügung, um das abgestimmte Miteinander zwischen den verschiedenen Akteuren zu gewährleisten.

Mit der Care Community und den Assistenzsystemen ist es möglich, die Mieterbindung zu festigen und auch neue Kundengruppen zu erschließen. Prozesse lassen sich über interoperable Plattformen effizienter gestalten und steigern die Zufriedenheit von Mietenden, Mitarbeitenden und beteiligten Partnern.

Jürgen Hofmann, Hakisa

ForeSight beschäftigt sich auch mit der Frage, wie KI-basierte Services für Assistenzsysteme aufgebaut und strukturiert sein müssen, damit sie sinnvoll in verschiedenen Wohnungen eingesetzt werden können. Dabei wird auch das Zusammenspiel verschiedener Plattformkomponenten wichtig. Inwieweit unterstützt hier die Hakisa-Plattform?

Der Einzug einer KI in das häusliche Umfeld hat schon lange begonnen mit den Smarten Helfern wie beispielsweise Amazons Alexa oder Google Home Nest. Diese Systeme bieten durch Sprachsteuerung die Möglichkeit mit unterschiedlichen Geräten in und um der Wohnung herum zu interagieren. Die Erkennung und Verarbeitung der Informationen wird nicht ausschließlich auf dem Gerät selbst durchgeführt, sondern in die Cloud ausgelagert.

Mit der Schaffung von dezentralen, unabhängigen Einheiten ist es möglich die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen einfacher zu gestalten. Die Wohnung soll als Datenstandort durch einen minimal invasiven Eingriff ausgerüstet werden. Die erhobenen Daten werden dann auf anderen Plattformen ausgewertet.

Hakisa ist das Front-End zum Nutzer und ermöglicht einen Zugriff auf die Services von anderen Plattformen. So ist Hakisa nicht an der Sammlung von Daten interessiert, sondern ist die zentrale Schnittstelle hin zu anderen Plattformen. Folglich ist uns das Zusammenspiel mit Partnern aus der Wohnungswirtschaft wichtig, denn der Datenschutz und ein damit einhergehender digitaler Schutz der Mietenden liegt uns mit im Code.

Eine Wohnung als Datenstandort wird in Zukunft noch wichtiger werden, wenn die großen IT-Konzerne den vollen Wert dessen erkennen, vor allem im Kontext der immer älter werdenden Mieter*innen. Mit immer mehr intelligenten Geräten wird der Mensch immer erkennbarer in seinem Handeln. Hakisa möchte den Mietenden die digitale Souveränität soweit wie möglich gewährleisten und mit Wohnungswirtschaftsunternehmen gemeinsam daran arbeiten, eine sichere und zukunftsorientierte digitale Handlungsebene zu schaffen.

Herr Hofmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Über Hakisa

Hakisa ist ein deutsch-französisches Unternehmen und entwickelt flexible, cloud-basierte Lösungen zur Erstellung von digitalen Kommunikations- und Serviceplattformen. Dabei wird es Kommunen, sozialen Trägern und der Wohnungswirtschaft ermöglicht, Betreiber einer eigenen Plattform zu werden. Das inhaltliche Anliegen von Hakisa ist dabei, die Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle und Services durch die Digitalisierung zu ermöglichen und das gesellschaftliche Miteinander zu fördern.

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